• Max Englisch

Was ich aus dieser Pandemie gelernt habe

Aktualisiert: Aug 31


Was ich aus dieser Pandemie gelernt habe ist, dass man immer das beste aus Situationen machen kann, egal wie schlimm sie sind. Auch wenn das nur heißt, sie mit gutem Willen durchzustehen.

Darum soll es in diesem Post gehen.


Man kann natürlich diese globale Pandemie als schreckliches Unglück beschreiben, sich den ganzen Tag Sorgen machen während man in endloser Dauerschleife Nachrichten guckt und Posts über die Krise liest und somit seine Tage in Angst und Schrecken verbringt.


Man kann diese Pandemie mit dem daraus folgenden Shutdown plus Social Distancing als Grund nehmen und seine Tage damit zu verbringen den ganzen Tag im Bett zu liegen und Netflix zu gucken, Memes anzuschauen und Videospiele zu spielen (was sich auch nicht schlecht anhört und wovon ich genug getan habe).


Doch irgendwann ist es vorbei, Serien, YouTube und Videospiele bringen zwar viel Spaß im Moment, aber für die Zukunft bringen sie nicht so viel.

Wenn du in zehn Jahren auf diese Zeit zurückblickst, willst du dann sagen, du hättest nur gefaulenzt und vor dich hin vegetiert?

Oder willst du sagen, du hast die Zeit genutzt um zu lesen und neue Dinge zu lernen, zu kochen, um ein Instrument zu üben, um mehr über dich selbst zu lernen durch Nachdenken und Schreiben, um etwas neues in Angriff zu nehmen und dich weiterzuentwickeln?




Viktor Frankl - die letzte der menschlichen Freiheiten


Was würde jemand dazu sagen, der mehrere Konzentrationslager der Nationalsozialisten während des 2. Weltkriegs überlebt hat?


So jemand erlebt wirklich das allerschlimmste, ein Gefangener im Konzentrationslager könnte wahrlich sagen, alles sei schlecht und sinnlos und das Leben sei nur eine einzige Hölle, in welcher wir nur Staubkörner sind, die denken ihre Entscheidungen würden etwas bedeuten, wenn in Wirklichkeit die eigene Einstellung machtlos ist und nur ein Unglück nach dem anderen geschieht und man nichts mehr dagegen tun kann.

Und genau so jemand, jemand der die die Hölle durchlebt hat, dieser jemand argumentiert genau für das Gegenteil:


Viktor Emil Frankl war ein österreichischer Neurologe und Psychiater.

Eines seiner bekanntesten Werke ist das im Jahr 1946 erschienene …trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager, in welchem Frankl seine Erlebnisse und Erfahrungen in vier verschiedenen Konzentrationslagern, darunter Auschwitz, während des Zweiten Weltkriegs schildert.


"Alles kann einem Menschen genommen werden, außer einer Sache - die letzte der menschlichen Freiheiten: Die Wahl der eigenen Einstellung zu den gegeben Dingen. Die Freiheit, seinen eigenen Weg zu wählen."

Und wir denken wir könnten nichts an unserer Einstellung ändern um diese Situation für uns selbst und somit auch für unsere Freunde und Familie zu verbessern.

Wenn jemand, der vier Konzentrationslager inklusive Zwangsarbeit, Folter und extremer psychischer Belastung überlebte, noch immer an das gute im Menschen glaubt und daran glaubt, dass unsere individuellen Entscheidungen die Welt in Richtung von dem Guten führen können oder jedenfalls weg von dem Schlechten, wieso sollten wir dann alles aufgeben wegen ein paar Schwierigkeiten?


Es fängt alles mit unserer Einstellung an, wenn wir denken wir könnten nichts ändern und müssten jetzt, nur wegen einer Pandemie faulenzen und traurig sein und körperlich sowie mental verkommen dann schadet das offensichtlich uns selbst, aber dadurch auch unserer Familie und unseren Freunden.


Wenn wir uns aber aufrichten und an Viktor Frankls Worte denken und annehmen, dass Leiden nun mal ein Teil des Lebens ist, wir es aber zum Positiven wenden können durch eine gute Einstellung dazu und gute Handlungen in Konsequenz daraus; dann haben wir den ersten Schritt bereits getan.


Wenn wir das akzeptieren können, sind wir im Stande anzufangen unser Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

Unser Zimmer aufräumen, Müll wegbringen, uns bewegen und Sport machen, unseren Körper mit wirklichen Nahrungsmitteln versorgen, kochen, ein Instrument üben, etwas neues in Angriff nehmen, etwas neues lernen.

Dinge, über die wir uns in zehn Jahren freuen, dass wir sie heute angefangen haben.


„Das Leiden, die Not gehört zum Leben dazu, wie das Schicksal und der Tod. Sie alle lassen sich vom Leben nicht abtrennen, ohne dessen Sinn nachgerade zu zerstören. Not und Tod, das Schicksal und das Leiden vom Leben abzulösen, hieße dem Leben die Gestalt, die Form nehmen. Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt.“

Beide Zitate, wie auch noch viele andere Stellen im Werke Viktor Frankls, zeigen deutlich, dass in Würde ertragenes, unvermeidbares Leiden eine Leistung ist, die den Menschen ausmacht, ihm ureigen ist.


So nun haben wir entschieden, uns trotz dieser Pandemie um uns selbst zu kümmern und wenigstens gesund zu bleiben und uns weiterzuentwickeln.

Trotzdem fühlen wir uns noch schlecht weil es trotz alledem ein großes Unglück ist.

Das stimmt auch, es sterben Menschen. Aber Menschen sterben immer. Es ist ein Fakt des Lebens. Menschen sterben, Menschen leiden.


Also wenn du diese Pandemie als Startpunkt für eine Reise zu einem besseren Selbst nimmst, kann man sie dann wirklich noch als Unglück bezeichnen? Eigentlich schon. Es ist immer noch ein Unglück, jedoch haben wir schon von Viktor Frankl gelernt, dass wir trotz Leiden unseren Weg zu einem besseren Leben für uns selbst und somit auch für unsere Familie und Freunde gehen können. Angenommen natürlich unsere Familie und Freunde freuen sich auch wenn es uns besser geht und wir uns weiterentwickeln.



Mark Aurel - Pandemien im antiken Rom


Viktor Frankl lehrt uns, unseren Weg zu dem Guten zu gehen, trotz allen Leidens auf der Welt.

Auch ein bestimmter römischer Kaiser hat fast 2000 Jahre vor Frankl seine Gedanken dazu aufgeschrieben.

Dieser Kaiser war Mark Aurel und er schrieb in seinen "Selbstbetrachtungen":


Und warum nennst du das eine ein Unglück, das andere ein Glück? Kann dich denn irgendein Schicksal hindern, gerecht zu sein, gutherzig, besonnen, klug, selbständig in deiner Meinung, wahrhaft in deinen Reden, sittsam und frei in deinem Betragen?


Ich gebe zu, das alles hört sich bisschen nach einem Selbsthilfe-Guru an, der sein nächstes E-Book über "Stoizismus und Produktivität" verkaufen will, aber ich denke Mark Aurels Gedanken sind mehr als das.


Aber welches Unglück könnte einem römischer Kaiser geschehen?

Vielleicht denkst du, Marcus' Leben war voller Bankette und Faulenzen in seinem Palast, den ganzen Tag von seinen Sklaven mit Trauben gefüttert, während er von einem anderen Sklaven mit einem Palmwedel abgekühlt wurde.


Jetzt im Gegenteil: Zu sagen, dass Marcus Aurelius' Leben voll mit Stress und Leid war, wäre eine Untertreibung.


Er leitete das größte Reich der Welt.

Er hatte einen Sohn, der nur Ärger machte.

Er hatte ein quälendes und schmerzhaftes Magenleiden.

Es gab einen Putsch, der von einem seiner engsten Freunde angeführt wurde.

Es gab Gerüchte, seine Frau sei um untreu gewesen.

Die Parther fielen in den römischen Klientenstaat Armenien ein und lösten

einen Krieg aus, der fünf Jahre dauern würde.

Der Tiber hatte eine der schlimmsten Überschwemmungen in der Geschichte, zerstörte Häuser und Vieh und ließ Rom in einer Hungersnot zurück.


Auch er durchlebte die Auswirkungen einer grausamen Pandemie, der Antoninischen Pest, durch welche 5 Millionen Menschen starben, mehr als 1/3 der Bevölkerung in manchen Teilen.


Die Antoninische Pest war eine Pandemie, die in den Jahren von 165 bis 180 (eventuell bis 190) nahezu im gesamten Gebiet des Römischen Reichs herrschte. Sie ist nach dem Gentilnamen des römischen Kaisers Mark Aurel († 180) benannt, der eigentlich Marcus Aurelius Antoninus hieß.


Um 180 erkrankte möglicherweise auch Mark Aurel an seinem Aufenthaltsort Vindobona. Seine Freunde und Vertrauten, die an sein Sterbelager zitiert wurden, verließen aus Angst, sich anzustecken, den Raum. Auch sein Sohn und Nachfolger Commodus wurde nach einem kurzen Gespräch wieder hinausgeschickt. Im Jahr 189 erreichte die Epidemie ihren Höhepunkt und ebbte dann wieder relativ rasch ab.


Also auch Mark Aurel hat Leid erlebt und schreibt seine Worte nicht nur so.



Kann Leiden einen Sinn haben?

Frankls Ansichten und die Mark Aurels sind sich gar nicht so verschieden in ihrem Kern, beide sehen Gegebenheiten und "Unglück" nicht an sich als schlechte Dinge, viel mehr werden sie zu guten oder schlechten Dingen, dadurch wie wir uns in Reaktion dazu verhalten.

Bleiben wir gut, gerecht, sozial mit unseren Mitmenschen und streben nach einem Ziel um unserem Leben einen Sinn zu geben oder werden wir gemein, faul und versuchen nur auf Kosten anderer unsere eigene Haut zu retten ?


„Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, muss auch Leiden einen Sinn haben. Es kommt nicht darauf an, was man leidet, sondern wie man es auf sich nimmt.“

- Viktor Frankl


Ich denke Mark Aurel und vor allem Viktor Frankl haben weitaus schlimmeres erlebt als diese Pandemie.

Beide berufen sich auf ein höheres Prinzip - Gott, das Universum oder die Natur - , welches zwar Leid in die Welt brachte, jedoch nur als notwendiger Bestandteil des Lebens und der kontinuierlichen Entwicklung dieses Lebens.


Sie sehen unser Schicksal zwar als vorgeschrieben, gefüllt mit Leid und Unglück oder auch Glück.

Jedoch sehen sie auch, dass dieses "Schicksal" unter unserer Kontrolle steht insofern wir selbst entscheiden, was wir aus einem "Unglück" machen, ob wir es nutzen um uns selbst zu bessern und somit unser Schicksal selbst ändern oder unserem Leiden einen Sinn geben. Sie sehen das Schicksal und das Leid, das wir alle erleben nur als Test und Möglichkeit es gut auszuhalten und uns somit als charakterstark zu erweisen.


Auch wenn man nicht an Gott oder Schicksal glaubt, kann man nicht bestreiten, dass es Leiden im Leben gibt.

Jeder Atheist fleht in den Stunden des größten Leidens den Himmel an oder fragt sich unter Tränen "Wieso ich"?

Wenn der Mensch sich etwas nicht erklären kann, immenses Leiden durch Folter oder den Tod eines Geliebten erlebt, wendet er sich immer an etwas höheres, auch wenn er weiß das es keinen Beweis für so etwas wie einen Gott gibt, wenn du mit einer Hand an einer Klippe über einem todbringenden Abgrund hängst, betest du zu irgendetwas, ist mir egal wer du bist.

Auch wenn es nur eine minimale Chance gibt, dass es Gott gibt, willst du sie nutzen.


Und wenn du unsägliche Qualen leidest fragst du Gott oder das Universum "Wieso ich"? Der Mensch kann sich extrem großes und unendlich scheinendes Leid nicht erklären, oft sucht er Schuldige und findet sie in Gott oder anderen übernatürlichen Kräften. Auch Verschwörungstheorien unterstützen diese These, irgendwelche geheimen allmächtigen "Eliten" oder Einzelpersonen, die angeblich die ganze Welt und alles Leiden kontrollieren, es ist einfach nur der alte Glaube in neuem Gewand.


Jedoch muss der Mensch eins akzeptieren, ob es Gott gibt oder auch nicht, es gibt Leiden.

Böse und gemeine, diebische und moralisch verkommene Menschen leiden genau so wie unschuldige, gütige, hilfsbereite und gute Menschen.



Religiöse Geschichten und Leiden


Gerade wenn man nicht religiös ist, wenn man die Bibel und andere religiöse Schriften psychologisch und philosophisch analysiert, findet man oft sehr viel in diesen Geschichten.

Jesus Christus ist der perfekte Mensch aus Sicht der Christen, und dieser perfekte Mensch wird hingerichtet, gekreuzigt, dieser Akt ist so zentral, dass die Christen das Kreuz als ihr Symbol tragen, es ist das Symbol für Leiden und Akzeptanz von Leiden.


Religionen sind voll mit Erzählungen von Leid und Ungerechtigkeit, die einen guten Menschen befällt.

Jedoch wird dieser gute Mensch in Konsequenz nicht korrupt und sündhaft durch das auferlegte Leiden, im Gegenteil, er nimmt sein Schicksal an und bleibt gut, betet weiterhin und lobt das Leben und seinen Gott.

Er verflucht nicht das Leben und die gesamte Existenz und den Gott der sie erschuf, er liebt weiterhin die Existenz und akzeptiert das Leiden als einen notwendigen Bestandteil der Existenz.

Er akzeptiert, dass alles was dem guten und dem schlechten Menschen gleich passieren kann, weder gut noch schlecht ist.



Denken wir an das Judentum, im Buch Hiob wird beschrieben wie der beste und gottesgnädigste Mensch nur durch eine "Wette" zwischen dem Teufel und Gott, die schrecklichsten Krankheiten bekommt, alle seine Kinder verliert, seine Freunde ihn verachten, verraten und hassen und ihm ungefähr das Schlimmste widerfährt, das man sich ausmalen kann. Er bleibt seinem Gott gnädig und verflucht weder Gott, noch seine Kreation.


Er nimmt das Leid auf sich und duldet es mit gutem Mut und Hochherzigkeit.

Genau das beschreibt Mark Aurel, und genau das erlebt Viktor Frankl, es ist eine archetypische Geschichte.



Im Christentum, im Buddhismus, im Stoizismus, in Frankl's Philosophie, im Existenzialismus:

Überall findet sich das Leiden als zentraler Bestandteil unserer Welt, es passiert den archetypisch "perfekten" Menschen wie Hiob oder Jesus Christus, wieso soll es also gut oder schlecht sein, wenn es guten und schlechten Menschen gleich geschieht?

Vielmehr "ist" es einfach, Leiden ist ein Fakt. Ob es gut oder schlecht ist, entscheidest du.


Die Antwort ist, dass Leid und Unglück, Krankheit, Seuchen, Genozide an und für sich zwar grausam sind und wir sie niemandem wünschen würden, jedoch ist es ein Glück, ein Unglück mit noblen Geist zu tragen und auszuhalten, auch wir normalen Menschen werden uns erinnern, dass die schweren Zeiten in unserem Leben die Zeiten waren, in denen wir charakterlich am meisten wuchsen.


Leiden auszuhalten und nicht das Universum zu verfluchen und vielleicht sogar noch aus dem Leid und Unglück etwas gutes zu produzieren, das gibt auch dem Leid einen Sinn.

Wenn wir davon ausgehen, alles habe einen Sinn, hat auch das Leiden einen Sinn, und der Sinn des Leids ist dieser:

Das Leiden ehrenhaft zu tragen und etwas gutes daraus zu machen, der Sinn des Leidens ist der den wir ihm geben.



Somit kann man auch annehmen, nichts hätte einen Sinn und als seinen einzigen Gott Nietzsche und den Nihilismus verehren, das kann natürlich auch sein, jedoch denke ich immer noch, dass der Mensch dem Leben Sinn verleiht.


Wenn es keinen Sinn des Lebens gibt, dann müssen wir ihn eben für uns selbst herstellen.

Wenn es einen Sinn im Leben gibt, dann ist es immer noch der, den wir selbst dem Leben geben.

Der Sinn des Leidens ist unseren Charakter zu testen und zu sehen ob wir dem Leben Sinn geben können. Der Sinn des Leidens ist das was wir aus diesem Leiden machen.


Wir könnten uns fragen: Wieso hat Gott/das Universum/das Schicksal/Bill Gates oder das fliegende Spaghettimonster der Welt Corona gebracht?

All diese Fragen sind sinnlos und führen zu nichts. Verschwörungstheoretiker halten sich seit Beginn der Pandemie mit dieser Frage auf, sie sind wie religiöse Fanatiker, welche unbedingt eine höhere Macht brauchen, welche für Leiden verantwortlich sein muss.

In Wirklichkeit muss es keine höhere Macht für Leiden geben, Leiden gibt es einfach.

Seuchen, Krankheit und Pandemien gab es seit Anbeginn der Zeit. Menschen können das Leiden, welche diese mit sich bringen zwar erleichtern und das haben wir auch sehr gut geschafft, indem wir Krankheiten wie Pocken, Diphterie, Polio oder Masern weitgehend beseitigt haben, jedoch wird uns dieses Leiden offensichtlicherweise nie ganz verlassen.


Oder wir akzeptieren diese Pandemie als Möglichkeit uns zu bessern und unser Leben besser zu gestalten.

Wenn du das beste aus allem machst was dir passiert dann passiert alles mit einem Grund.

Auch aus „schlechten“ Dingen wie einer Pandemie kann das beste gemacht werden, selbst wenn das nur heißt ehrlich und gut trotz dieser Herausforderung zu bleiben.

Du kannst immer das beste aus Tragödien machen, auch wenn das nur heißt zu überleben und es auszuhalten und ehrlich und ehrenhaft zu bleiben.


Alles passiert mit Sinn auch, wenn der Sinn nur ist zu zeigen, dass du es aushalten kannst und trotzdem nicht “deine Faust gen Himmel streckst und Gott verfluchst“ (vgl. Jesus, Hiob)

Manchmal passieren schlechte Dinge einfach, die Stoiker sagen es, es ist der Grundteil ihrer Philosophie, Buddhismus sagt es, im Christentum auch, Jesus, der perfekte Mensch wird verraten und ungerecht hingerichtet, Hiob der perfekte gute und gottestreue Mensch bekommt alle möglichen Krankheiten nur um zu sehen ob er wirklich so gottestreu und gut ist.

Der Kern vieler Religionen und Philosophien ist dieser:

Akzeptiere Leiden denn es ist Teil des Lebens und mach das beste daraus, alles hat einen Sinn, wenn du ihm einen Sinn gibst und dich stetig verbesserst oder jedenfalls nicht aufgibst und Gott verfluchst und dich zum Bösen wendest um noch mehr Leid zu bringen.


Denn das ist ja die schreckliche Ironie. Menschen die das Leid in der Welt sehen und sagen, so könnte das nicht sein und Gott verfluchen und denken, da es Leiden in der Welt gibt, müssten sie zynisch und nihilistisch werden und in nichts einen Sinn sehen, nur weil es auch Leid auf der Welt gibt.

Die Ironie ist jetzt, dass sie dadurch das Leiden auch nicht besser machen, sondern eher noch schlimmer.

Wer sieht schon gerne einen Nihilisten, der das Leben aufgegeben hat, weil er nichts schönes mehr erleben kann, da alles unter dem Schatten des ewigen Leidens und Sterbens steht, welches Bestandteil dieser Existenz ist.

Es ist wahr, dieses Leben ist eines der härtesten, Erfolg ist schwer, es gibt keinen offensichtlichen Sinn, geliebte Menschen sterben. Es gibt Ausbeutung, Krieg, Unterdrückung.

Auch die kleinen Dinge, Stau, unfreundliche Kassierinnen, Verletzungen, unsere eigenen Fehler und alles worüber wir sonst so täglich unseren Kopf zerbrechen.

All das ist wahr. Das Leben ist manchmal scheiße. Doch was willst du tun? Dich umbringen? Das macht das Leben für alle anderen noch schlimmer.

Also akzeptiere dieses Leben, auch wenn es Wochen und Monate und Jahre geben wird in denen nichts einen Sinn zu haben scheint.


Erkenne, dass all das an sich nicht schlecht ist, nur was du darüber denkst und was daraus in deinen eigenen Handlungen folgt ist gut oder schlecht.


Du siehst Leiden durch eine schlimme Krankheit. Das ist so. Wirst du dich jetzt verzweifeln und fragen wieso so etwas existiert und wieso es dich oder deine Bekannten trifft?

Oder wirst du daraus etwas lernen und vielleicht so weit kommen, dass du diese Krankheit heilen kannst, dass du selbst etwas Leiden aus dieser Welt verbannen kannst?


Ich denke, wir alle könnten sehr viel Leid aus dieser Welt tilgen und uns allen sehr viele Probleme sparen wenn wir einfach nur kein neues Leid durch Zynismus und Bösartigkeit darüber, dass es schon Leiden gibt, bringen. Wenn wir deswegen nicht noch mehr Leid bringen, dann wäre das Leben schon sehr viel besser.

Und wenn dann jeder selbst noch anfängt an seinen ganz persönlichen Problemen und Leiden zu arbeiten und somit sich selbst verbessert und dadurch auch als Beispiel für andere Motivation bringt und folglich noch mehr Menschen zu einer positiven Entwicklung inspiriert, dann macht man die Welt schon zu einem besseren Ort.


Wenn man Konzentrationslager überlebt und trotzdem gerecht bleibt und wahrhaftig und einfach ein guter Mensch, dann dadurch mehr Leute inspiriert sich zu bessern, dann hat man das beste aus der schlimmsten Situation gemacht.


Und wenn wir diese Pandemie als Möglichkeit nutzen, anderen zu helfen oder unsere eigenen Probleme zu lösen und uns selbst zu bessern und dadurch andere inspirieren das selbe zu tun, dann haben wir auch das beste aus dieser tragischen Situation gemacht.


Leben heißt Leiden, jedoch hat Leiden auch seinen Sinn, zwar nicht an sich, aber indem du selbst dem Leiden einen Sinn gibst, indem du dein Schicksal in die Hand nimmst und das beste daraus machst, was dir gegeben ist.


Wäre ein Leben ohne Leiden wirklich besser? Oder wäre es einfach nur langweilig weil alles immer gut ist?

Dieser Frage gehe ich in diesem Post nach.



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In diesem Sinne: Mach das beste aus den Situationen mit denen du konfrontiert wirst und gebe nicht auf,


Max Englisch.


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