• Max Englisch

Fjodor Dostojewski - Schuld und Sühne (1/2)

Aktualisiert: Juni 23

Dieser Post basiert auf einem Referat, das ich im Fach Deutsch (Grundkurs) meines Gymnasiums hielt. In der Referatsreihe suchte sich jeder Schüler einen Autor aus und beschrieb sein Leben und Werk. Ich wähle Fjodor M. Dostojewski und ging näher auf eins seiner Werke und zwar "Schuld und Sühne" ein.



Schuld und Sühne

Fjodor Michailowitsch Dostojewskis "Schuld und Sühne" oder auch in neueren Übersetzungen "Verbrechen und Strafe" ist ein Klassiker der russischen Literatur und der Weltliteratur. 1866 erschienen ist es bis heute relevant und gut zu lesen.


Dostojewski erzählt in diesem Roman den Leidensweg des jungen Studenten Rodion Raskolnikow.

Verbunden mit der Haupthandlung sind mehrere Nebenhandlungen, dies knüpft ein Geflecht von Problemen kleinerer und größerer Natur, die den Helden der Handlung immer wieder in einen Zustand des Deliriums werfen und gegen die er beständig anzukämpfen versucht.


Der Titel "Verbrechen und Strafe" unterstreicht eher die juristische Bedeutung des russischen "Prestuplenije i nakasanije" und "Schuld und Sühne" eher den moralischen Sinn.

Beide Übersetzungen sind üblich und beleuchten zwei Aspekte dieses Klassikers der Weltliteratur:


Einerseits ist es ein packender Kriminalroman mit Spannung bis zum Ende, andererseits aber auch ein moralisches und philosophisches Werk von immenser Tragweite.


Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 – 1881)


Eckdaten


- Geboren am 11. November 1821 in Moskau

- Gestorben am 9. Februar 1881 in Sankt Petersburg


- Aus verarmten aristokratischen Verhältnissen, Sohn eines Arztes

- Tod des Vaters: Vermutlich von Leibeigenen erschlagen

- Mitgliedschaft in revolutionären Kreisen führt zur Verurteilung zum Tode in 1949

- Nach Scheinhinrichtung in Straflager deportiert

- Leidet an epileptischen Anfällen

- Zwei Europareisen 1862/63; in Wiesbaden verfällt er der Spielsucht

- 1866: Erscheinung „Schuld und Sühne“ & „Der Spieler“

- 1867-71: Auslandsaufenthalt/Flucht nach Deutschland

- 1868: „Der Idiot“ & 1871/72 „Die Dämonen“

- 1879-80: Veröffentlichung „Die Brüder Karamasow“

- Stirbt am 9. Februar 1881 in St. Petersburg an den Folgen eines Blutsturzes


Biographie


Fjodor Michailowitsch Dostojewski wird im Jahre 1821 als zweites von insgesamt acht Kindern der Familie in einem Moskauer Armenhospital geboren, in welchem sein Vater auch als Arzt beschäftigt ist.

Er wächst unter ärmlichen Bedingungen auf. Ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter tritt Dostojewski gemeinsam mit seinem Bruder im Jahre 1838 in die Ingenieursschule der Petersburger Militärakademie ein. Dort werden, trotz seiner Misserfolge im Studium, seine schriftstellerischen Ambitionen erstmals erkennbar.


Dostojewskis Vater wird 1839 von seinen Leibeigenen ermordet.

In: "Die Brüder Karamasow" verarbeitet er diesen Mord in Romanform.


Nach Beendigung des Studiums erhält Dostojewski 1843 eine Anstellung im Kriegsministerium quittiert aber trotz finanzieller Probleme bereits ein Jahr später den Dienst um freier Schriftsteller zu werden. Er schließt Bekanntschaften in den literarischen Kreisen wie etwa mit dem Dichter Nekrassow und dem angesehenen Literaturkritiker Wissarion Belinskij.


Sein Erstlingswerk, der Briefroman ,"Arme Leute" macht Dostojewski schlagartig berühmt. Seine weiteren Werke jedoch werden von Publikum und Kritik zurückgewiesen, was schließlich zum Bruch zwischen Dostojewski und Belinskij führt.

Seine daraus resultierende Gemütsverfassung und die erneut intensive Arbeit führen zu seinem ersten epileptischen Anfall im Jahr 1848.

Diese Krankheit verarbeitet er auch durch seine Charaktere, zum Beispiel Fürst Lew Myschkin in "Der Idiot" oder Smerdjakow in "Die Brüder Karamasow", beide leiden unter Epilepsie.


Im Jahr darauf wird er wegen Tätigkeit im revolutionären Petraschewskij-Kreis zum Tode verurteilt, dann jedoch (auf dem Richtplatz, kurz vor der Hinrichtung) zu vier Jahren Zwangsarbeit in Sibirien und vier Jahren Militärdienst begnadigt.

Dieses prägende Erlebnis fließt in viele seiner Werke ein, allen voran die "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus".


1854 lernt er Marja Dimitrijewna kennen die er 1857 heiratet. Nach Beendigung des Militärdienstes kehrt er 1859 nach Moskau zurück.

1862 unternimmt er seine erste Europareise und ein Jahr darauf seine zweite. Im Verlauf dieser entstehen aufgrund Dostojewskis Spielsucht hohe finanzielle Verluste.


Im Jahre 1864 sterben sowohl Dostojewskis Ehefrau als auch sein Bruder.

Nach der dritten Europareise 1865 auf der er erneut Spielschulden anhäuft, erscheint 1866 der Roman ,,Schuld und Sühne" in der ,,Ruskij Westnik". Der Roman ,,Der Spieler" erscheint im selben Jahr.

1867 heiratet Dostojewski erneut und hält sich bis 1871 überwiegend in Deutschland und Florenz auf, wo er seinen Roman ,,Der Idiot" verfasst.

Der 1871 erscheinende Roman ,,Die Dämonen" beschert ihm schließlich neuen literarischen Ruhm.

Zwischen 1869 und 1875 kommen seine drei Kinde zur Welt.

Dostojewski wird 1878 Mitglied der wissenschaftlichen Akademie und gibt 1879 seinen Roman ,,Die Brüder Karamasow" heraus.

Im Februar 1881 stirbt der Schriftsteller in St. Petersburg an einem Blutsturz.



Dostojewski als Psychologe


Dostojewski wuchs in einem Armenhospital am Rande Moskaus auf, wo sein Vater als Arzt tätig war. Dort kam er schon früh mit menschlichem Elend und mit dem Tod in Berührung.

Prägend für sein Leben war die frühe und kontinuierliche Konfrontation mit Krankheit und Tod, ferner seine Epilepsie und eine Schein-Hinrichtung im Alter von 28 Jahren.

Dostojewskij wird von vielen Psychologen, Philosophen und Schriftstellern als großes Vorbild genannt.

1918 schrieb Alfred Adler: „Was Dostojewski als Psychologe geleistet hat, ist heute noch unausgeschöpft“.

Der russische Schriftsteller hat sich einmal als lebenslangen Sucher nach dem Menschen bezeichnet:

„Der Mensch ist ein Geheimnis. Man muss es enträtseln, und wenn du ein ganzes Leben lang enträtseln wirst, so sage nicht, du hättest die Zeit verloren. Ich gehe diesem Geheimnis nach, weil ich ein Mensch sein will.“

Lange vor Sigmund Freud spricht Dostojewskij vom Unbewussten.

Dostojewski hat tiefe Kenntnis von den Widersprüchen der menschlichen Seele, schildert innere Befindlichkeiten in ihrer Funktion als Abwehrmechanismen oder beschreibt äußere Beziehungsgestaltungen.

Seine akribisch beschriebenen Typenschilderungen können es gut mit den Archetypen C. G. Jungs aufnehmen.

Die Menschen Dostojewskis sind häufig auf der Suche und unerfüllt, sie suchen Grenzerfahrungen und irren sich zwangsläufig, wobei Dostojewski anmerkt:

„Ein Irrtum ist eine schöne Sache, denn der Irrtum führt zur Wahrheit.“

"Dostojewski war ein Seismograph der Konflikte, in die der Mensch mit dem Anbruch der Moderne geriet. Zentraler Gegenstand seiner Werke war die menschliche Seele, deren Regungen, Zwängen und Befreiungen er mit den Mitteln der Literatur nachgespürt hat; Dostojewski gilt als einer der herausragenden Psychologen der Weltliteratur". (Quelle)



Schuld und Sühne


- Als Feuilletonroman in der Monatszeitschrift Russki Westnik veröffentlicht

- Januar – Dezember 1866

- Neuere Übersetzungen: "Verbrechen und Strafe"

- "Prestuplenije i nakasanije"



Die Geschichte des Werkes


Die ersten Ideen zu seinem Roman sammelte Dostojewski im September des Jahres 1865, plante in dieser Zeit jedoch noch lediglich eine Erzählung zu verfassen.

Während der Aufarbeitung des Stoffes erkannte er das seine Pläne den Rahmen eine Erzählung zu sprengen drohten und entschied sich einen Roman zu verfassen.

Der Roman ,,Schuld und Sühne" im Original ,,Prestuplenie i nakazanje" erschien schließlich von Januar bis Dezember des Jahres 1866 in der Zeitschrift ,,Ruskij vestnik". Bereits die ersten Teile hatten großen Erfolg beim Publikum und es erschien schließlich 1867 eine revidierte Fassung und zehn Jahre später die endgültige Buchform.

Jedoch erntete das Werk auch Kritik so etwa aus den Kreisen der revolutionären Demokraten, welche auf Dostojewskis Angriff auf die revolutionären Studenten gereizt reagierten.


Dostojewski begann die Arbeit an Schuld und Sühne im Spätsommer 1865 während eines Auslandsaufenthalts, als er sich aufgrund seiner Spielsucht in einer prekären finanziellen Situation befand.


Die ersten Skizzen zu Schuld und Sühne stammen aus dem September 1865 und unterscheiden sich in einigen Punkten wesentlich von der Endfassung. So bediente sich Dostojewski anfangs Raskolnikows als Ich-Erzähler, erst später wechselte er zu einer Erzählperspektive in der dritten Person.

In der ursprünglichen Form des Manuskripts stellt sich der Mörder allein deshalb, weil er dem psychischen Druck nicht standhält; Beweise gegen ihn liegen nicht vor.

Auch Raskolnikows Motive für den Mord änderten sich im Laufe der Arbeit am Manuskript: in der Anfangsfassung geht es ihm allein darum, Geld zu erbeuten, um seine Familie zu unterstützen, während der Zusammenhang mit politischen Ideen erst im weiteren Verlauf von Dostojewskis Arbeit auftritt.



Inhalt


- Protagonist: Bitterarmer früherer Jura Student, kleine Wohnung, sozial isoliert

- Schauplatz: Sankt Petersburg 1860, Armut, Prostitution, Alkohol

- Übermensch/Utilitarismus Ideologie => Tötet Pfandleiherin

- Psychologischer und körperlicher Zerfall

- Schwester will selbstsüchtige Männer für Geld heiraten

- Freundschaft zur verarmten Familie Marmeladow

- Verfolgung durch Kommissar und Verleugnung des Verbrechens

- Schließlich Beichten des Verbrechens und Erlösung durch Liebe in Straflager



Rodion Raskolnikow, ein verarmter Student, ist von der Idee besessen, dass es den "großen Menschen" erlaubt sei, "lebensunwertes" Leben zu vernichten, um "lebenswertes" zu erhalten.

Er begeht einen Doppelmord an einer alten Wucherin und deren halb-irrer Schwester, um mit dem geraubten Geld sein Studium zu finanzieren.

Doch der auf die Tat folgende physische Zusammenbruch zeigt, dass der Verstand, der seine Tat gelenkt und gefordert hatte, nicht die einzige Schicht der menschlichen Persönlichkeit ist.

In immer neuen leidvollen Erfahrungen erkennt Raskolnikow, dass der Weg aus einer Vereinsamung nur über Geständnis und Strafe als Sühne gehen kann.

Doch die eigentliche Rettung kommt durch die erlösende Kraft der Liebe, der er als Strafgefangener in Sibirien durch die ihm freiwillig gefolgte Prostituierte Sonja erfährt.


So wendet sich der Roman aus der psychologischen Zeichnung von Gut und Böse mit dem Erweckungsmotiv, das der Erweckung des Lazarus nachgebildet ist, ins Christlich-Religiöse, oder wie Dostojewskij in einem Entwurf zu "Schuld und Sühne" formulierte:


Moralische Ideen entstehen aus religiösen Gefühlen. Logik kann sie niemals rechtfertigen


Charaktere


Raskolnikow


- Raskolnikow = zerspalten, getrennt

- Raskolnikow von russ. расколоть = zerspalten, knacken (s. a. die Raskolniki, hier spezifischer „Schismatiker“ zu übersetzen, genannten russischen Altgläubigen)

- "Er war bemerkenswert hübsch (…) übermittelgroß, zart und schlank"

- Ehemaliger Jura-Student

- Bettelarmer Ex-Student, lebt in kleiner Kammer (Raskolnikow-Haus), hat viele Schulden

- Apathisch, sozial isoliert, hypochondrisch, stolz, intelligent, narzisstisch

- Denkt er wäre ein "Übermensch", der moralische Grenzen übertreten kann (Napoleon)

- „Ich wollte damals erfahren, so schnell wie möglich erfahren, ob ich eine Laus bin, wie alle, oder ein Mensch.“ - Zwiespaltige Persönlichkeit

- Einerseits kalt, apathisch und antisozial

- Anderseits manchmal überraschend herzlich und mitleidend

- Begeht Mord, aber verschenkt auch impulsiv Geld und hilft Armen

- Chaotische Interaktion mit der Außenwelt und nihilistische Weltsicht können als Konsequenz aus - oder als Grund für seine soziale Situation gesehen werden



Familie Marmeladow


- Vater Semjon Sacharowitsch Marmeladow: Hoffnungsloser Alkoholiker, Arbeit verloren, kann Familie nicht ernähren, Tochter muss sich prostituieren

- Kommt seinen Aufgaben nicht nach, verliert mehrmals seine Anstellung

Versetzt alle seine Wertgegenstände und seine Uniform für Alkohol

- Arbeitsloser Alkoholiker, "verkauft seine Familie"

- Marmeladow = Marmelade und Sacharowitsch von gr. σάκχαρον (sákkharon) = Zucker , könnte die hedonistische und lust-gesteuerte Grundhaltung des Vaters zeigen


- Zweite Frau Katerina Iwanowna und deren Kinder Polja, Kolja und Lida, Katerina schlägt ihre Kinder aber tut auch alles, um ihren Lebensstandard zu verbessern

- Denkt, sie wäre aristokratisch und versucht jeden davon zu überzeugen, dass ihr Leben unter ihrem Stand sei


Sonja (Sofja)


- Ernährt durch Prostitution ihre Familie

- Sofja von gr. sophos = Weisheit, Glauben

- Leicht beschämt, sehr gläubig, Raskolnikows einzige Beziehung

- Steht für den christlichen Glauben und das Streben nach dem Guten

- Wird oft als aufopfernd, schüchtern und unschuldig beschrieben, obwohl sie gezwungen ist, sich für ihre Familie zu prostituieren

- Raskolnikow sieht in ihr seine Gefühle von Schande, Scham und Entfremdung, sie ist die erste Person, welcher er sein Verbrechen gesteht

- Sie fühlt sein tiefes Leiden und untersützt ihn, auch wenn sie gut befreundet mit einem der Opfer war (Lisaveta, die Schwester der Pfandleiherin)

- Den den ganzen Roman hindurch ist sie eine wichtige Quelle für moralische Stärke und Rehabilitation für Raskolnikow



Rasumichin


- Raskolnikows treuer Freund, ebenfalls ehemaliger Rechtsstudent

- Soll die Verbindung zwischen Glauben und Vernunft darstellen

- Rasumichin von russ. разум (razum) = Verstand, Intelligenz, Vernunft, Besinnung

- Wird manchmal zum Spaß "Vrasumichin" genannt, von russ. вразумичи (vrazumichi) = "Komm zur Besinnung"

- Er ist aufrecht, rechtschaffen, gutgesinnt, stark, einfallsreich und intelligent, manchmal auch etwas naiv

- Er bewundert Raskolnikows Intelligenz und Charakter, weißt alle Schuldzuweisungen an Raskolnikow zurück und unterstützt ihn bis zum Ende

- Er kümmert sich im Raskolnikows Familie und verliebt sich in dessen Schwester Dunja



Dunja


- Raskolnikows schöne und willensstarke Schwester, welche als Gouvernante (Hauslehrerin, Erzieherin) arbeitet

- Plant den reichen aber abstoßenden Anwalt Luschin zu heiraten, um die prekäre finanzielle Situation der Familie zu verbessern

- Möchte ihrem vorherigen Dienstherren Swidrigailow entkommen

- Ihre Situation treibt Raskolnikow zum dem Mord, auch er will die familiäre Situation mit Geld verbessern

- Entkommt am Ende aus den Fängen Luschins und Swidrigailows und heiratet Rasumichin



Luschin


- Ein wohlhabender Anwalt, der mit Dunja verlobt ist

- Er sucht nach einer Frau, welche sich ihm unterwirft und ihm verpflichtet ist

- Seine Beweggründe für die Heirat sind selbstsüchtig

- Er beschuldigt Dunja fälschlicherweise des Raubes, um Raskolnikows Beziehung zu seiner Familie zu beschädigen

- Er soll Immoralität darstellen, als Kontrast zu Swidrigailows Amoralität und Raskolnikows fehlgeleiteter Moralität



Swidrigailow


- Lüsterner, verkommener und reicher ehemaliger Dienstherr Dunjas

- Möchte Dunja ebenfalls heiraten

- Überhört Raskolnikows Geständnis zu Sonja und quält beide damit, ohne die Polizei einzuschalten

- Will Dunja mit dem Geständnis Raskolnikows dazu erpressen, ihn zu lieben

- Pädo- bzw. parthenophile Neigung, missbrauchte ein 14-jähriges Mädchen, welches sich daraufhin ertränkte

- Als Sühne versucht er seine Neigung mit finanziellen Wohltaten zu kompensieren

- Gerüchte, er habe seine Frau vergiftet

- Verlobt sich am Ende mit einer 15-Jährigen durch Beschenkung der Eltern

- Unterstützt Sonja finanziell nach dem Tod ihrer Eltern

- Bezahlt die Unterbringung von Sonjas Geschwistern in einem Waisenhaus

- Erschießt sich am Ende aus Hoffnungslosigkeit



Porfiri Petrowitsch


- Untersuchungsleiter in dem Mordfall von Lisaweta und Aljona Iwanowna

- Bringt Raskolnikow zusammen mit Sonja zum Geständnis seiner Tat

- Versucht Raskolnikow mit psychologischen Mitteln zu einem Geständnis zu bringen

- Später überzeugt er Raskolnikow, dass ein Geständnis zu seinem eigenen Wohl ist


Pulcheria Raskolnikowa


Pulcheria von lat. pulcher = schön, tapfer

- Mutter von Raskolnikow, naiv, liebe- und hoffnungsvoll

- Nach Raskolnikows Verurteilung wird sie krank (mental und physisch) und stirbt letzlich

- Sie wusste von Raskolnikows Tat und durchschaute ihn



Weitere Charaktere


- Aljona Iwanowna: Die alte Pfandleiherin ("Laus")

- Lisaweta Iwanowna: Ihre Schwester, symbolisiert Unschuld



Autobiografische Reminiszenzen


Dostojewski stand in den 1840er-Jahren zunächst atheistischen, sozialrevolutionären Ideen und Kreisen nahe. Dafür verhaftet und zum Tode verurteilt, kam er in ein sibirisches Gefangenenlager und musste dann den Militärdienst ableisten. In diesem Gefangenenlager kam Dostojewski in den Besitz eines Neuen Testaments, welches er nun aufmerksam studierte. Nach seiner Gefangenschaft vollzog sich der Wandel vom atheistisch zweifelnden Revolutionär zum Christen. Raskolnikows Wandlung ist das Abbild dieser Wandlung Dostojewskis.

Die Figuren Marmeladow und dessen Frau Katerina Iwanowna tragen Züge von Dostojewskis erster Ehefrau Marija Dmitrijewna Dostojewskaja und ihres ersten Ehemannes Alexander Iwanowitsch Issajew.



Ideologie


- Pfandleiherin als "Parasit", es wäre besser wenn sie sterbe und ihr Geld an die Armen verteilt würde (Radikal/Utopischer Sozialismus)

- Raskolnikow als "Übermensch" dem es erlaubt ist zu töten für das "größere Gute" (Utilitarismus, Narzissmus, Rationalismus)

- Radikale Ideologien des 20. Jahrhunderts z.B. Nationalsozialismus


- "Entmenschlichung" der Pfandleiherin und Tabubruch des Mordes

- Raskolnikows Nihilismus und Atheismus (Nietzsche)

- Rettung durch die Liebe Sonjas und Religion


Vielen dank, dass du dir die Zeit nahmst, meinen Post zu lesen, vielleicht hat er ja in irgendeiner Weise geholfen.

Falls ja, freue ich mich über eine Rückmeldung.


Ich denke dieser Post könnte interessierten Lesern helfen, die überlegen "Schuld und Sühne" zu lesen oder es bereits gelesen haben und sich etwas mehr mit der Bedeutung beschäftigen wollen.

Vielleicht hilft er auch Schülern wie mir damals, Inspiration für eine Hausaufgabe, Kursarbeit oder Präsentation zu sammeln.


Hier noch ein sehr gut gemachtes Video über Dostojewskij und Schuld und Sühne.


Viel Spaß und Erfolg,


Max Englisch.

108 Ansichten

©2020 by Max Englisch